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Zero Zoxx
SANKT MILLENREUTH |
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KAPITEL
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| Die unzähligen düsteren Gestalten in ihren im Winde wehenden weiten schwarzen Kapuzenumhängen standen einen Kilometer weiter oben an der Betonbrüstung des urgigantischen Staudammes von Sankt Millenreuth. Mit dumpfen Stimmen murmelten sie unisono im Chor und im Tonfalle einer tief christlichen mittelalterlichen Beschwörung Folgendes hinaus in die tintenfischtintenschwarze Nachtluft: "Der in Ihrem Einstellungsverfahren zuständige Sachbearbeiter, Herr Dr. von der Knogl, ist wegen einer Erkrankung derzeit nicht in unserem Hause. Er wird für die Dauer seiner Abwesenheit von unserer Arbeitsvermittlerin Frau Drache vertreten. Bitte wenden Sie sich vertrauensvoll an diese! Sie wird gerne auch auf Ihren Nerven herumdrettn. Geld gibts keinz! Ihre Allgemeineabortskrankerasse." Und schaurig wiederholten die Vermummten ein- oder zweimal: . . . "Ihre Allgemeineabortskrankerasse! . . . Ihre Allgemeineabortskrankerasse! . . . Ihre Allgemeineabortskrankerasse!" . . . Ein Arbeiter verbraucht in einer Stunde zwölf Kilogramm Gips. Zwei Arbeiter verbrauchen in einer halben Stunde vierundzwanzig Kilogramm Gips. Wie viel Liter Wasser brauchen drei Arbeiter in einer viertel Stunde für achtundvierzig Kilogramm Gips, wenn Ihnen Ihr Gipshändler auf Ihre Nachfrage hin die durchschnittliche Lösungsmenge freundlicherweise angibt? . . . Ob das wohl eine deutsche Nabelschau darstellt? Ob? . . . Untersuchen wir es gemeinsam mit den Sankt Millenreuther Bürgern doch gleich mal etwas genauer: Der Bundespräsident knöpfte sich lächelnd den Hosenmatz auf und ribbelte ein wenig daran herum. Eine Hausfrau schrie deshalb fallend in Ohnmacht, aus welcher sie der edle Weibschlecker mit einem zarten nassen Kusse alsogleich wieder hochknutschte: "Zwietschl - sleck - p...phf..." . . . Hausfrau: "...mpf...!!!" . . . Bundeskanzler Kohlpatsch überschlug sich dabei vor Freude wie ein überdimensionaler Purzelbaum-Blähpudding der Marke Plum! . . . Hausfrau: "...w(?)h -...!!!" . . . Die bunte örtliche Bimmelbahn fuhr indessen heiter rundherum durch die wunderwunderschöne Landschaft, die Sankt Millenreuth umgab, tuckerte zuletzt munter am weiten Uferrund des Stausees entlang. Fröhlich winkten die Menschen aus den bunt bemalten Waggons. Wimpel flatterten lustig im Urschein. . . . Ja, selbst der Bundespräsident war nun hierher gekommen, kaum dass er von dem sechzehnjährigen Bummelzug-Jubiläum von Sankt Millenreuth erfahren hatte über den aufgepeitschten Medienzirkus. Die Sankt Millenreuther blickten sich, kaum da sie des Präsidenten ansichtig geworden waren, vieldeutig grinsend an und verdrehten nur die Augen. Der zur Zeit ein wenig indisponierte Herr Dr. von der Knogl stand derweil fiebernd auf der hohen Rampe und beobachtete den präzisen Fortgang der Arbeiten, welche die Außerirdischen geradezu stoppuhrartig verrichteten. Hoch oben aber, auf der ragenden Betonbrüstung des urgigantischen Staudammes, dort standen die schwarz vermummten Gestalten in ihren flatternden Kapuzenumhängen, und mit dumpfen Stimmen murmelten sie unisono im Chore. Das war auch sehr denkwürdig! |
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KAPITEL
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| Hausfrau: "...hapwüh...wupp...!!!?" . . . Mit hypnotischen Düften hatte man den Bundespräsidenten bei seiner feierlichen Ankunft hier in Sankt Millenreuth empfangen. Kichernd hinter vorgehaltenen Händen halbleis geflüsterte Suggestivbefehle drangen unbewusst ans Ohr des höchsten Staatsorgans. . . . Von jetzt an würde der Bundespräsident Dinge tun, die aus seiner tiefst unbewussten Seelensee emporstiegen. Skandalöse Dinge vor den TV-Kameras der ganzen Welt, deren globalisierter Aufschrei schön von den Tätigkeiten der schwarz vermummten Kapuzenmänner ablenken würde, die diese dann zu derselben Zeit mysteriös in den Eichenhainen rund um den großen Stausee vorhatten zu verrichten. . . . Schon sagte er in die Mikros: "Ich möchte wissen, was ich verbrochen habe, diesen verdammten Quatsch hier aufdrübeln zu sollen. Altes Handtuch ist oft wie ein blöder nasser Lappen bei vieler Wäsche. Es ist ein Zwang wie dieser Waschzwang. Und ... und alles ist ein dämlicher Hinundhergeh-Zwang. Und es ist kitschiger als aller wasche Fernsehkitzsch. Olle Klitsche ... und alles ist durchdrungen von dämlichem alles von meinem Bett darf nicht ... Hinundhergewasche! Mit ... allem von meinem Schreibtisch in und alles ist von dämlichem Gewasche begleitet ... Schreibtischkleidung nicht aufs Bett setzen und i mag nimma auf den Schreibtischstuhl! Ich darf nur von der Bettzone blw blu bla aus den Plattenspieler bedienen und muss mir nach jeder Mini-Tätigkeit die Hände waschen. Männer wanderten gemächlich am Ufersaum entlang...! Von der Zone der Einkaufssachen kann ich zum Beispiel Cola-Dosen erst wenn sie abgewaschen sind (wegen Verkäuferinnen-Schmatz) in die anderen Zonen einführen und dann erst trinken! Blödsinnige Sellenkäsebeichte!" . . . Es war schon eine denkwürdige Seelenbeichte gewesen! Die Fernseher schwiegen entsetzt. Und eine Klage gegen die Bank hatte Erfolg: "Hallo, ihr Pillendreher!" . . . Das Raumschiff ging auf Überlichtgeschwindigkeit und verschwand für immer zwischen Buchstaben, Wörtern und Sätzen. . . . Gnaga huber gnaga! Große Not! . . . Ein Juckreiz plagte da urplötzlich den Präsidenten an peinlichster Stelle! Mit dieser Anlageform haben wir nichts zu tun. Die Tasse hatte ein Gesichtchen und dieses lachte, als der Kaffe eingeschenkt wurde. Es war nämlich der guuute Tschibo extra bockig! . . . Auf Überlichtgeschwindigkeit gehend verschwand das Raumschiff in der Schwärze des Weltalls, verlor sich mit einsamem Ruf in Raum und Zeit. Die mystischen Kapuzenmänner aber wandten sich ab und murmelten liturgische Gebete aus ganz bestimmten Akten. . . . Nun sind diese Beratungen meistens ja nur mündlich! . . . Dr. von der Knogl dachte still bei sich, dass es gerade hier, hier am idyllischen Uferrund bei der kleinen Kirche des heiligen Millenius, etwas Schöneres kaum mehr geben könnte, als dieses rundum gelungene und bunte Fest zu Ehren der örtlichen Bimmelbahn. Entsprechend groß war ja auch der Medienrummel. . . . Eine überragende Ablenkung für die diversen Aktentätigkeiten im Rundwäldchen um den großen Sankt Millenreuther Stausee. . . . Die Zinsen stiegen leicht. Wieder aufwärts? . . . Ganz Sankt Millenreuth befand sich in einem einzigen sinnbetäubenden Freudentaumel. Es handelte sich um eine dramatische Denkwürdigkeit sindermalen! . . . Den Wagen vor der Tür. Meterhoch quoll Abrat aus dem Hain. Das fröhliche Schnaufen der Sankt Millenreuther Bimmelbahn näherte sich gemächlich. Gelächter schwang jubilierend mit ihr durch das leuchtende Grün des lichtdurchflimmerten Eichenwäldchens. |
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KAPITEL
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| Der Bundespräsident in seinem dunklen und durch und durch würdigen Anzug wurde inzwischen in der weihevollen Umgebung des Staudammes von den Sankt Millenreuthern mit massig natschigen Knödeln beworfen. Was aber machen, wenn das schöne Geld nun deshalb futsch ging? . . . Der Rummel um die bunte Bimmelbahn indessen nahm ganz allmählich die höchsten Formen an. Würde und Ehre allumher! [Von der Redaktion ausgelassener Textabschnitt] Schweigend lag die charakteristische, von Eichen geprägte Umgebung Sankt Millenreuths um den ortsansässigen Staudamm. Dabei kam es zu immer dramatischeren Denkwürdigkeiten: Die Handschuhe wurden innen schön schwitzig! . . . Was ist ein Jahr?! Ferienwohnungen absetzbar (steuerlich)! Just als der blitzblank polierte Staatswagen mit dem Bundespräsidenten vor dem Rathaus hielt, wurden nackerte, wild busenschüttelnde und vor Lust nur so quietschende Weiber aus dem großen romanischen Torbogen gejagt - dies alles nur, um vom Eichenwäldchen abzulenken! Ganz Sankt Millenreuth war aus dem Häuschen - und ganz und gar aufgelöst vor Erregung über all diese bähkosmischen Ereignisse! In der Nacht schließlich - riesenhaft über dem ganzen Ort und zugeschaltet über Giga-Vision - war der Bundespräsident in wahrhaft titanenhafter Größe live am sternenglänzenden Himmel zu bewundern, von unzähligen TV-Sendern zeitgleich hinausgestrahlt in alle, alle Welt. Lächelnd knöpfelte da soeben der Würdige musevoll an seinem Hosenstall herum. Immer rascher huschten seine sensiblen Finger über die stockharmonische Klaviatur seiner Knopfleiste - sie pfloppten hier ein Knöpflein auf, schwappten dort eins zu - und vollendeten damit fortwährend elegant alles Unvollendete an seinem fleckigen Hosenlatz. Donnernd schallte dazu der vierte Satz aus Beethovens Neunter durch die hell bestirnte, funkelnde Nacht. . . . Hausfrau: "...hp..." . . . Zwischendurch befeuchtete der edle Spitzenknöpfler seine sensiblen Finger, indem er sie sachte zitternd tief in ein Becherchen mit billigem Vanille-Dessert tauchte, um sie sodann üppigst behangen mit gruselgelber Pampe schön wieder an seinen Hosenschlitz zu führen und eifrigst dran weiter zu knöpfeln, so gut es mit den Schmierfingern eben ging. Von seinem Stalle troff es dick und immer dicker! . . . Nun schob der feinsinnige Bundespräsident gar seinen empfindlichen Riechkolben in einen derart vulgären nassen Gegenstand, dass wir uns weigern müssen, ihn hier zu benennen; einzig soviel sei verraten: Der hochunanständige Gegenstand nahm den edlen Erker des Knöpfelbuben wonniglich in sich auf, umschmeichelte ihn schmatzend und schob dem Hohen Haupt je eine dicke, weiße und kochweiche Bohne in die beiden hübschen Nasenlöcher! |
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KAPITEL
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| Die Einwohnerschaft von Sankt Millenreuth hatte natürlich von allem Anfang an genau gewusst, worum es ihr bei diesem Treiben zu gehen hatte. Der ohne nennenswerten Zeitverlust erfolgte Start der Bimmelbahn ließ denn auch sofort unter den umstehenden Bürgern übertriebensten Jubel aufbranden. Gelächter johlte empor! . . . Der ganze dümmliche Rummel um die Bimmelbahn war nämlich nichts anderes als eine einzige künstlich hochgepuschte Inszenierung der Sankt Millenreuther! Sie wollten damit nur die Behörden von den Tätigkeiten der Kapuzenmänner ablenken, welche mittlerweile allerhand rote Backsteine und frisch angerührten Mörtel einerseits, andererseits aber unzählige Akten in das geheimnisvolle Wäldchen um den Stausee schafften. Wollten sie etwa irgendwelche Bunkerburgen errichten, um später darin die Akten liturgischen Zwecken zuzuführen? . . . Und einer der Priester jener neuen Zeit brüllte alsoetzo von jener uns nun schon bekannten Brüstung hoch droben auf der Staumauer quer übers Wasser hin, wobei er sich zur Schallverstärkung ein Megaphon der Marke "Eigenbau" vor die Lippen hielt - eines, welches ganz schlicht aus einer dreieckigen braunen EDEKA-Obsttüte bestand, bei der er einfach die spitze Ecke abgerissen hatte: . . . "Der für ihr Einstellungsgesuch zuständige Sachbearbeiter, Herr Dr. Knogl, ist krank!", so konnte man den Kapuzenmann brüllen hören. "Für die Zeit seiner Abwesenheit ist die Zuständigkeit in Ihrer Sache an unsere Arbeitsvermittlerin Frau Drache weitergegeben, an die Sie sich von nun an vertrauensvoll wenden können! Da Ihr ärztliches Attest, ausgestellt von Herrn Amtsarzt Dr. Rübe, leider auf ewig in Raum und Zeit des Archives unseres Hauses verloren gegangen ist, sind wir im Übrigen gezwungen, sowohl Ihre Arbeitslosenhilfe als auch Ihr Krankengeld ab sofort ersatzlos zu streichen! Wir nehmen an, dass Sie, da Sie ein auf Nahrung angewiesenes Wesen sind, die Streichung nicht weiter jucken wird und verbleiben mit freundlichen Grüßen...!" - erschöpft hielt der Priester inne, denn zuletzt hatte er lauter und lauter gebrüllt. Doch nun gewahrte er schwer atmend und staunend, welche Wirkung seine lockenden Rufe getan hatten. Über die weite glitzernde Oberfläche des Stausees schwebten die schwarz gewandeten Kapuzenmänner nun von da und dort heran! Im hellen Mondenschein schienen sie über den weißen Wellengirlanden sachte zu zittern. Einer von den näher schwebenden Kapuzenmännern rief mit tiefem Gurgeln: "Uns ereilte dein sehnsüchtiger Lockruf der Arbeitsvermittlung! Wir sind gekommen, um dir von nun an treu und ergeben zu dienen! Verfüge!" . . . Tonnenweise quoll da eine schwarze Masse aus der Erde. Pure Feuchtigkeit machte deine Haut gel, samten und geschmeidig. . . . Auch dies war Freiheit: die heitere Rundfahrt des bimmelnden Bummelzuges. . . . Ein Riesentamtam, als nun auch noch der hypnosuggestiv beeinflusste Bundespräsident in voller Fahrt seine denkwürdigen und würdevoll-ordinären Aufführungen machte und dazu seine samtseelenen Reden führte, die diesmal aber vor extrem pornographischen Einlassungen nur so strotzten! Wonnig spielte er dabei wieder an seiner eleganten Hosenstall-Knopfleistentastatur herum. Es waren ganz besonders denkwürdige Flötentöne, die sich seinem ragenden Latz da sanft entwanden. . . . Fröhlich fuhr die bunte Bimmelbahn durch die Eichenwäldchen weiter. Und aus Pfützen spritzte man den Bundespräsidenten mit Urschleim von oben bis unten über und über voll, und zwar so, dass es in überwältigendster Hinsicht denkwürdig war. Dramatisch ließ sich der Präsident seufzend in den ganzen Dreckschleim niedersinken, in dem er alsbald spielend saß. Er winkte der langsam auf ihren blumengesäumten Wegen davon bimmelnden Bimmelbahn läppisch nach und rief ihr heiter hinterdrein: "Danke für den Dreckmatsch, in dem ich jetzt hocken darf - in diesem Dreckschleim von ganz besonders überragenden Ausmaßen, den ich hier einmal als ganz besonders denk- und liebenswürdig bezeichnen möchte, liebe Bimmelbahn!" . . . Er entpuppte sich mit diesen Reden wirklich immer mehr als Volltrottel unter hypnotischen Düften und Suggestivbefehlen! . . . Sindermalen aber keine Schrecklicheren vorhanden, so gab dies doch zu Denkwürdigkeiten Anlass! Er sagte: |
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"Wirr Wahr!" |
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KAPITEL
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| Der Nachmittag war brütend heiß. Die Mondrakete wartete auf ihren Abschuss. Blau flimmerte die Luft. Die Astronauten waren auf dem Weg zur Abschussrampe. Der Countdown lief seit knapp dreiundzwanzig Stunden. Beim Staudamm warteten unzählige der düster vermummten Gestalten. Alle hielten sie entrollte Schriftrollen in ihren Händen, jederzeit bereit, mit dem Verlesen dieser finsteren Texte zu beginnen. .......Ganz Sankt Millenreuth war versammelt und blickte starr hinauf in den tiefblauen Himmel. Seltsame Lichtphänomene, blauen elektrostatischen Entladungen ähnlich, flackerten, flammten und tanzten da und dort über die jetzt fast ruhige, brütende Oberfläche des Stausees hin. Sie wetterleuchteten auch hinter den Hügeln und spannten sich in gigantischen Bögen von Sankt Millenreuth herüber. Über den Ort hatte sich indes tiefstes Schweigen gelegt. Nur von fern, von irgendwo aus dem Walde konnte man verhalten den Bundespräsidenten brabbeln hören: "...Die Ferienwohnung wurde vermietet..." .......Die dunkel vermummten Kapuzenmänner indessen schritten Weihrauchkübel schwenkend durch die Eichenhaine in der Nähe des Stauseeufers dahin. Sie schleppten dabei in hastiger Heimlichkeit wahre Massen von Akten aus Arbeitsamt und AOK in die Wäldchen hinein und brachten sie in die in den letzten Wochen rasend schnell hochgezogenen, provisorischen und überirdischen Burgbunker, welche sich überraschend harmonisch in die Landschaft um Sankt Millenreuth einfügten. Die roten Backsteinbauten hatten gottlob so ganz und gar nichts von altenglischem Empire! .......In den Burgbunkern wurden die Akten dann gesichtet, völlig umgeordnet und für künftige liturgische Feste zur Weihe vorbereitet. Erste handschriftliche Kopien wurden angefertigt. ......."Adieu, ihr Pillendreher!" rief aus dem Walde der neu und sauber in einen edlen, dreiteiligen, dunkelblauen Anzug gehüllte Bundespräsident und setzte sich mit solchermaßen vornehm verhülltem Popo einfach wieder voll in eine jener stinkenden Urschleimpfützen rein. Gar wonniglich rührte er in dem wurmigen Brei. .....Auch die Gardinenerneuerung gehörte mit zu den Denkwürdigkeiten dieser Zeit. ......."Sie sollten sich warm anziehen - heute, äh ... meine ich, heute...!" .......Nahe des Ufers entstiegen nun alle lachend und Fähnchen schwingend der Bimmelbahn - auch der Lokführer und das Servicepersonal verließen den Zug. .......Der Bundespräsident setzte sich derweilen mit dem würdig umhosten Po einen Kilometer entfernt, und zwar direkt beim Denkmal des heiligen Millenius, in eine weitere lang und breit von Wasserflöhen und Regenwürmern durchwirkte Pfütze. Er reckte beide Arme lachend weit links und rechts von sich und begann völlig sinnlos mit den Händen zu wackeln. Dann brunzte er los. Obwohl er von nichts eine Ahnung hatte, tat er damit in diesem Moment ganz genau das Richtige! Ganz einfach dadurch, dass er solcherart - wenn auch nur zufällig - dem ABSOLUTEN RELATIVISMUS huldigte. Sein Brunzen war die perfekte Begleitung des Starts der Mondrakete! Allerdings läppisch kommentierte er: "Raketa...!" Typisch Bundespräzie! .......Just in diesem Momente setzte sich auf dem leicht abschüssigen Gleis die menschenleere, achtlos vergessene Bimmelbahn von selber in Bewegung und rollte ganz langsam los. Sie wurde aber bald schneller und schneller und immer noch schneller - und donnerte zuletzt unten in Ufernähe in rasender Fahrt auf den davonberstenden Prellbock. Deutlich abgebremst rollte sie nun langsam übers Schienenende hinaus, die Üferböschung hinab und gurgelnd hinein in die Bläue des weiten Sees, in dessen unergründlichen Tiefen sie dann auf immer verschwand. .......Unabhängig von diesem Ereignis - aber doch irgendwie symbolisch - fingen in diesem Momente die Glocken zu läuten an, die Glocken der kleinen Kirche von Sankt Millenreuth. |
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|
ENDE
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Sie lasen soeben den 1991 geschriebenen Teil 1 der SANKT MILLENREUTH TRILOGIE. Den 2.Teil der Trilogie verfasste Sammy Tornado im Jahre 2006. Der Titel dieser Geschichte, die Sie hier nun gleich im Anschluss lesen können, lautet:
Der schicke Sonderkumpel vom MC Sankt Millenreuth |
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SANKT MILLENREUTH
© 1990/1992 by Zero Zoxx, ZERO ZOXX INTERNATIONAL und Babel Verlag, Geisterstadt. Verfasst im Jahre 1991. Erstveröffentlichung 1992 im ZERO ZOXX Großband 1. Zweite Veröffentlichung 1999 als Zero Zoxx-AutorenSolo. Dritte Veröffentlichung 2005 auf dieser Seite. Erste Seiten-Aktualisierung am 8. Dezember 2006. E-Mail: zzi@zerozoxxinternational.com |
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