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J.G.Wind |
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Die Schüssel am Strand |
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| Die Schüssel am Strand So völlig verängstigt schien sie mir, jene verdreckte Kloschüssel, in ihrer finstren Klokabine zu stehen und schien um eine Existenz zumindest als ein in heller, in frischer Luft stehendes Freiluftklo das Schicksal anzuflehen. Stumm schien ein tonloser Schrei von ihr zu mir zu dringen. Über uns schwebten die bleichen Möwen und riefen vor Ufern weiter See. Ach, liebe Seele, so sprach ich stumm zur Schüssel und rückte ihr ihre schmierige Brille ein wenig zurecht, wohl mein´ ich dein Leid zu vernehmen, deinen Schrei zu hörn, deine Qual zu verstehn, kotbraun verschmiertes, edles Porzellan, ach! Gar viel drang schon in dich hinein, hinab in deinen um Gnade flehenden Schlund, doch dieser dein stets weit offener Mund, je wird er noch viel Scheiße schlucken müssen! Einsame, Verlassene, Beschissene! Schon sitz auch ich bequem auf dir und riskier, dass ich mir die weiße Hose mit dem kotbraunen Schmier, der an dir klebt, vollzuschmiern - und seufzend lass ich mein Innerstes in dich hinab, hinab in deinen um Gnade flehenden Mund. Und du, o du edeles Porzellan, du gütiges, du Seele, du verschissene Kloschüssel - aus deiner sacht brodelnden Braungurgel leckst du mit riesiger, zärtlicher, gummiroter Zunge herauf und den dankbaren Arsch dankbar mir sauber...so schön! Seufzend sitz ich mit schweifendem Blick in die Weite. Die Möwen schweben angstvoll im Blau und die Welle schwelgt satt ans Ufer. Ein brüllend einsames Kind... Zum Abschiede schau ich nochmal nach dir, wie du da so stehst... in deinem elenden, schleimigen Loch! Muss dich überlassen wieder der frierenden Einsamkeit und dem heulenden Wind! Ein brüllendes, einsames Kind nur kennt den Grund deiner Tränen, den tiefen! Ach, wer weiß ...so einst an diesen stillen Ort ich wiederkehr´... ob man dich mitsamt deinem aus brüchigen Latten gefügten Scheißhaus nicht einfach komplett abgerissen hat, dich o so schön traurig stinkende Schüssel, dich! Verschwommnen Blickes schau ich noch einmal, ein letztes Mal in deinen ewig verstopften Schlund und schwör dir still: sollt man dich einst abgerissen, so werd ich hier an diese Stelle pissen und kacken in den weißen Sand und wehen lassen ein braun verschmiertes Klopapier! Über die Hügel solls aufwärts flattern hoch davon übers Meer und einsam schweben mit den silbernen Möwen droben... und künden dem im Winde fröstelnden Spaziergänger von dem innigen Kusse, den ich dir hiermit zum Abschied nun auf die kühle, die holde Keramik geb.
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