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ERLÄUTERUNGEN ZUR ENTSTEHUNG VON HERR DER KRAKE

Als die Veröffentlichung der Kurzgeschichte "Umrisse einer Phänomenologie des Körpers" (1993) als ZERO ZOXX AutorenSolo 41 anstand, lagen für Titelbilder, Rückseiten und Innenillustrationen am Ende wieder einmal viel zu viele Bildvorschläge der diversen Künstler von ZERO ZOXX INTERNATIONAL vor, in diesem Fall zufälligerweise besonders viele. Daher entschloss sich die Redaktion, die Erzählung in zwei unabhängig von einander korrigierten und dann vom Autor noch einmal an zwei verschiedenen Tagen überarbeiteten, von daher auch etwas verschieden ausgefallenen Versionen zu veröffentlichen, und zwar in zwei aufeinander folgenden Heften, in denen die an sich selbe Geschichte sogar unterschiedliche Titel bekam: "Pizza d'Italia" und "Umrisse einer Phänomenologie des Körpers". - Allein, es konnten immer noch nicht alle Bildvorschläge eingebracht werden, und so einigte man sich darauf, "Herr der Krake" von Sammy Tornado nicht zu verwenden, da die Illustration im probemäßigen Schwarzweiß-Druck ohnehin ständig zu dunkel kam und zu undeutlich wurde. Wir freuen uns, sie Ihnen hier vorstellen zu können.

In "Umrisse einer Phänomenologie des Körpers" und "Pizza d'Italia" geht es um das vergnügliche Sexleben eines Homosexuellen, der seine situationsbedingte Erfüllung darin sieht, im seinem Magen von einer lebendigen außerirdischen Pizza, die er als das mit Rotwein vermischte Erbrochene eines Penners vom Boden einer Hafenmole geschlürft hat, bis zur Übelkeit gequält zu werden, während ihn ein italienischer Roboter-Cop im Schwitzkasten hält und misshandelt. Dass es hierbei zu einigem turbulenten Durcheinander im Bewusstsein der Protagonisten kommt, ist den Lesern von ZERO ZOXX-Geschichten ja nichts Neues. Für Interessierte bringen wir anschließend noch den Schluss von 100 Olezgirufs "Umrisse einer Phänomenologie des Körpers" in der Originalfassung.

(Michael Butter, 2005)

100 Olezgiruf
Umrisse einer Phänomenologie des Körpers
(1993, Schlussszene)

Die grüne exobiologische Gummiquabbelmasse sprang in diesem heiligen Momente plötzlich an uns hoch und klebte sich da und dort tropfend an unsere Klamotten. Nur um bei uns zu sein!
... Rätselhafte andere Pampen klebten sich in der Folge auch noch an uns.
... Die ergötzlichen Schleime warfen mal andeutungsweise gitterartige Muster, die sich selbst wieder verschlangen - mal öde, kaugummiartige Blasenverbindungen, welche - offenbar problAemorientierter - unzählige kleine endlos lange Minischläuche ausfuhren, die mit anderen Pamp-Ödelchen an der Hafenmole obskure chymische Hochzeiten eingingen.
... Die Fischer, die weiter drüben bei den angeleinten Booten am Rand der Hafenmauer standen, lachten metallisch und bewarfen den schleimigen Blubber mit lebenden Tintenfischen. Diese krochen eilends über den schlüpfrigen Boden wie aus den Windungen irgendwelcher süßen, klebrigen Alpträume ausgebrochene Schlabberwesen.
... Unter der Einwirkung des Sadderbreies wuchsen die Oktopusse meterhoch auf - offenbar schlagartig genetisch hoch gepowert durch den ollen Grünpopel. Eines der wenigen klein gebliebenen Monsterchen fasste der Robocop und packte ihn mir auf den Kopf. Einer von dessen Tentakeln schlüpfelte mir sofort liebevoll ins Maul, wühlte mir bald im Magen - wohl noch nach einem Restel suchend; allein. vergeblich! ´s war nichts mehr da! Enttäuscht zog das Wesen seinen Arm zurück und schlubberte mir vom Haupt über den Schwitzkastenarm des Polizisten und dann über die Uniformhose an seinem rechten Bein abwärts, auf all diesem seine öd-tintige Sabberspur nass hinterlassend.
... Einer der jungen Fischer furzte sich in diesem Moment einen Seestern von der Jeans.
... Trotz des Würgegriffs des Polizisten entrang sich mit ein spötzelndes Robotlachen, darin mein lieber Peiniger hart einfiel: "Ha!!!"
... Wie eine männliche, gut angezogene Sexpuppe wurde ich herumgezerrt und rabiat von meinem Schwitzkastenroboter zu einem der Stände mit den Meeresfrüchten hinübergeschleift.
... Erstaunt und offenen Mundes stand die dicke, alte, brave Marktfrau da und wusste nicht wie ihr geschah, als der Polizist ihr plötzlich mit der freien Hand in den Mund fuhr und damit darin herumwühlte, um Sabber herauszuholen. Erst wörgelte sie, schließlich ging die Alte krachend auflachend in Deckung, nachdem er die Hand reich beladen mit Supersabber wieder raus gezogen hatte.
... Mit der triefenden Pranke zog er mir dann das Hosenlätzchen meiner süßen Bankerhose auf, fasste mit der Speichelhand hinein und begann nun mir wunderlieblich meinen Bobby Ewing zu massieren.
... Ich zerging förmlich wie Sprühsahne unter der Sanftheit seines marktfrauspeichelnassen Ribbelns in meiner Unterhose. Es matschelte köstlich. Wonnen schauerten mir durch den Leib.
... Der Schwitzkasten würgte mich dabei lieb und unerbittlich. Gemächlich - ganz gemächlich nur - aber hochköstlich trieb er mich meinem Höhepunkt näher, während in unserem Gesichtskreis die meterhohen Oktopusse über die Piazza d'Italia schmapften wie ein paar Übriggebliebene aus einem alten japanischen Monsterfilm.
IN THE GALLERY - ABTEILUNG 16
Text zu Herr der Krake 2005 von Michael Butter © 2005 / 2006 by Michael Butter und ZERO ZOXX INTERNATIONAL. Umrisse einer Phänomenologie des Körpers 1993 von 100 Olezgiruf © 1993 / 2006 by 100 Olezgiruf, ZERO ZOXX INTERNATIONAL und Babel Verlag, Geisterstadt. Die Seiten von IN THE GALLERY wurden bereits 1999 eingerichtet, inzwischen mehrfach verändert und ständig erweitert. Diese Seite in dieser Form besteht seit 13.Juli 2008. --- E-Mail: zzi@zerozoxxinternational.com.